Personalberatung nach Corona

Schon vor der „Corona-Krise“ hat die Digitale Transformation unsere Wirtschaft stark geprägt. Neben der höheren Bedeutung von Online-Meetings und Home Office werden künftig vor allem Automatisierung und KI die heutigen Prozesse und Verhaltensweisen beeinflussen. Was davon wird nachhaltig sein und wie wird sich das Geschäftsmodell der Personalberatungen verändern?

7 Thesen:

1. Der Searcher stirbt aus.

Softwareprogramme durchforsten schon heute Datenbanken nach bestimmten, vorher definierten Kriterien und filtern sehr schnell geeignete Kandidaten heraus. Die fortschreitende Automatisierung führt dazu, dass man immer schneller zu immer mehr und immer besseren Ergebnissen und Treffern kommt. Im nächsten Schritt wird auch die erste Ansprache der Kandidaten von Maschinen übernommen werden.

2. KI ermöglicht besseres Matching zwischen Kandidat und Unternehmen

Intelligente Systeme werden künftig die Persönlichkeit eines Bewerbers noch tiefer erfassen können. Genauso werden sie auch in der Lage sein, die Kultur eines Unternehmens detailliert zu beschreiben. Vorhersagen, ob ein Kandidat in ein Unternehmen passt, werden somit noch viel genauer werden. Personalberatungen müssen diese Möglichkeiten in ihre Prozesse mit aufnehmen.

3. Aktuelles Expertenwissen wird immer wichtiger

Personalberater werden sich viel mehr noch als früher auf neue Berufsbilder, Organisationsformen, Geschäftsmodelle, Branchen und Führungsfunktionen Ihrer Mandanten einstellen müssen. Neben der Beurteilungskompetenz sind deshalb aktuelles Wissen zu Märkten, Branchen und Trends, schnelles Hineindenken in sich verändernde Kulturen sowie Empathie künftig mehr denn je gefragt.

4. Personalberatung für Fachkräfte verliert an Bedeutung

Waren früher eigene Kandidatennetzwerke das „Herrschaftswissen“ der Personalberatungen, stehen diese Netzwerke heute prinzipiell jedem mit einem LinkedIn- oder Xing-Account frei zur Verfügung. Active Sourcing aus den HR-Abteilungen heraus ersetzt die Direktansprache über den Headhunter, insbesondere bei vielen Fachpositionen und im unteren Management. Somit werden Beratungen, deren Schwerpunkt auf der „Beschaffung“ bzw. „Vermittlung“ von Fachkräften liegt, einem viel stärkeren Wettbewerbsdruck und damit Anpassungs- und Spezialisierungszwang unterliegen, da deren Kunden selbst E-Recruitment-Abteilungen aufbauen.

5. Personal-„Beratung“ muss sich neu definieren

Die Herausforderung liegt künftig weniger im zielgerichteten Identifizieren potenzieller Kandidaten. Vielmehr geht es in Zukunft um die qualifizierte Beratung von Unternehmen mit dem Ziel, den Mehrwert für die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens zu maximieren. Die Beratungsleistung endet nicht mehr bei der erfolgreichen Besetzung, sondern beinhaltet auch etwa die Beratung zur marktgerechten Vergütung und die erfolgreiche Begleitung der Integrationsphase in die neue Aufgabe. Bei Top-Management-Positionen wird auch die die Begleitung von zu initiierenden Organisationsveränderungen erforderlich werden, als Voraussetzung dafür, dass der neue Stelleninhaber sein volles Potenzial auch tatsächlich entfalten kann.

6. Personal- und Karriereberatung werden eins

Das reine „kalte“ Ansprechen und Überzeugen von Kandidaten für eine bestimmte Position wird immer schwieriger werden. Gefragt ist die permanente Begleitung von ausgewählten Kandidaten über ihre Karriere hinweg. Dies beginnt bei der Standortbestimmung mit dem genauen Blick auf das eigene Wertesystem und die Faktoren, die den Kandidaten auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich machen. Die Definition der idealen Aufgabe gehört ebenso dazu wie die Erarbeitung einer intelligenten und professionellen Selbstmarketingstrategie, die ideale Vorbereitung auf den neuen Job und die Begleitung im Onboarding.

7. Vertrauen und Kommunikation auf Augenhöhe werden auschlaggebend

In den kommenden Jahren wird eine Generation in Top-Level-Funktionen hineinwachsen, die es gewohnt ist, sich in ganz anderer Form exklusiv zu vernetzen und zu kommunizieren, als wir dies heute noch bei vielen Top-Führungskräften beobachten können. Kommunikation und Kontakte werden transparenter werden, aber vertrauen werden vor allem Top Kandidaten wie bisher nur einem Kreis langjähriger Kontakte, die ihnen auf Augenhöhe begegnen und bei denen sie sich gut aufgehoben fühlen.

7 Fragen an Reinhard Potzner – Interview mit etextera – Agentur für Text und Design

1.  Wenn Sie das Rad der Zeit zurückdrehen könnten: Was würden Sie heute anders machen?
Hinterher ist man immer schlauer! Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden, obwohl es stets und überall Höhen und Tiefen gibt. Drei Dinge würde ich definitiv anders machen: Mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen, als sie klein waren, weniger auf Ärzte hören und früher in die Personalberatung einsteigen.

2.  Wie kommunizieren wir Ihrer Ansicht nach in zehn Jahren?
Digitaler, effizienter und polarisierender. Die Corona-Krise hat der Digitalisierung einen enormen Vorschub geleistet. Videokonferenzen machen vieles effizienter. Dennoch bleibt der persönliche Kontakt wichtig. Durch den Siegeszug der Sozialen Medien verstärkt sich die Polarisierung und der Hass auf anders Denkende.

3.  Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?
So ziemlich alles. Ich liebe den Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen. Ausserdem bin ich ein sehr kreativer Mensch, suche also stets nach nicht alltäglichen Lösungen, die einen Wow-Effekt auslösen. Und es gibt stets einen sichtbaren Erfolg, wenn jemand einen neuen Traumjob gefunden hat.

4.  Wie findet man den perfekten Job?
Man muss sich mit seiner Persönlichkeit sowie seinen Werten und Leidenschaften beschäftigen. Nur wer seinen Job liebt, mit Begeisterung bei der Sache ist und sich nicht verbiegen muss, wird auf Dauer darin glücklich und erfolgreich sein. Falls man diesen Job alleine nicht findet, holt man sich Hilfe. 

5.  Was macht Ihren Tag vollkommen?
Was heisst schon vollkommen? Gibt es das? Ein Abend auf der Terrasse mit der Familie oder Freunden und mit einem guten Bier oder Wein oder ein Nachmittag im Garten mit meinen Enkeln oder ein geniales Konzert am Abend – das sind Dinge, durch die ein Tag recht nahe an die Vollkommenheit reichen kann.

6.  Können Sie sich immer auf Ihr Bauchgefühl verlassen?
Nicht immer – beileibe nein – aber dazu hat man ja Familie, Freunde und Kollegen, die ein Korrektiv darstellen können. Als enorm bauchgetriebener Mensch hilft mir das sehr. Wobei ich gar nicht so oft daneben liege – und wenn doch – ist das so tragisch? Nur wer Fehler macht, lernt wirklich.

7.  Wer oder was inspiriert Sie?
Menschen, die in ihrer «Besessenheit» Grosses erreichen oder erschaffen, das andere begeistert oder anderen hilft. Dies sind geniale Musiker ebenso wie Ausnahmesportler oder grosse Unternehmer. Inspirierend ist dabei die Leidenschaft, mit der sie sich Erfolge erkämpfen und immer wieder Rückschläge wegstecken.

Zur Person
Reinhard Potzner war fast drei Jahrzehnte lang als Berater und Führungskraft tätig. Seit dem Jahr 2014 ist er Senior Partner bei der PAPE Consulting Group AG. Er berät und unterstützt Unternehmen beim Rekrutieren von Führungs- und Fachkräften. Zudem begleitet und coacht er Kandidatinnen und Kandidaten bei ihrer Karriereplanung. So verbindet er Personalsuche und Karriereberatung, um vor allem Führungskräften durch ein gezieltes Placement Coaching neue Perspektiven zu verschaffen. Die PAPE Consulting Group AG wurde 1992 gegründet und ist eine der ältesten und renommiertesten Personalberatungen Deutschlands.

Arbeitsmarkt nach der Krise: wie sieht er aus und was bedeutet das für aktuelle Berufsbilder und für uns als Personalberater?

Wie wird es weitergehen mit Wirtschaft und Arbeitsmarkt nach der tiefsten Rezession seit dem Krieg? Niemand, der heute Verantwortung trägt, hat jemals etwas auch nur annähernd Vergleichbares erlebt. Das Ergebnis ist eine fundamentale Verunsicherung. Alle sind sich einig, dass die Welt nach Corona ganz anders aussehen wird als vorher, keiner weiß jedoch wie genau.

Wie könnte die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft denn aussehen? Einige Annahmen und Szenarien dazu:

  1. Um den Absturz der Wirtschaft zu bremsen, haben sich die Regierungen überall massiv am Kapitalmarkt bedient. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds werden die Staatsschulden im Laufe dieses Jahres weltweit von 61 auf 66 Billionen Dollar steigen. Etwas Vergleichbares gab es vorher noch nie. Das mag zwar richtig gewesen sein, nur kann das nicht immer so weitergehen. Irgendwann müssen die Regierungen wieder anfangen zu sparen, schon alleine deshalb, um das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Staaten zu erhalten. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die Rückkehr zur Sparpolitik wird die Politik spalten. Für ehrgeizige Investitionsprojekte, etwa im Bereich Klima- und Umweltschutz, sind die Voraussetzungen nicht sehr gut.
  2. Wenn Staat, Unternehmen und Privathaushalte gleichzeitig sparen, sind die Konsequenzen eine schwache Nachfrage und niedrige Preise. Auf absehbare Zeit werden daher Inflationsrate und Zinsen höchstwahrscheinlich niedrig bleiben.
  3. Sicherheit wird wichtiger – auch für Unternehmen. Dafür wird man Abstriche bei Effizienz und Wachstum machen. Ganze Volkswirtschaften mussten aktuell die Erfahrung machen, dass es gefährlich ist, zu sehr von anderen abhängig zu sein. Also versuchen Unternehmen Lieferketten zu vereinfachen und zu verkürzen – auch auf Kosten der Effizienz. Man wird danach trachten mehr konkurrierende Zulieferer zu bekommen und am besten solche, bei denen es keine politischen Risiken gibt. Das Ergebnis ist ein Stück De-Globalisierung. Nicht ungefährlich für die Exportnation Deutschland, die stark auf die internationale Arbeitsteilung angewiesen ist.
  4. Die Krise hat die Substanz vieler Unternehmen massiv angegriffen. Diejenigen, die überlebt haben (oft mit staatlicher Hilfe), müssen ihre Reserven erneuern und Eigenkapital bilden. Sie werden daher sparen und im Zweifel weniger investieren. Das kostet Wachstum. Die ganze Wirtschaft wird konservativer.
  5. Zu erwarten ist ein breiter Digitalisierungsschub. Millionen Menschen machen in diesen Tagen die Erfahrung, was mit dem Internet alles möglich ist, wie leicht man Dienstreisen durch Videokonferenzen ersetzen kann und wie gut es sich von zu Hause aus arbeiten lässt, wenn man das richtige Equipment hat. Solche Erfahrungen vergisst man nicht. Allerdings: Videokonferenzen z.B. sind natürlich auch ein Baustein, der “gelernt” sein will – unabhängig von der wirtschaftlichen Rolle. Viele Teilnehmer gehen ganz “unbedarft” in diese Konferenzen ohne darauf zu achten, dass auch für Video-Konferenzen gewisse Grundregeln gelten. So ist es enorm ratsam, unbedingt vorher einen Test mit einem anderen „neutralen“ Teilnehmer durchzuführen, um die Wirkung des eigenen Bildes selbst bewerten zu können.

Die Wirtschaft der Post-Corona-Zeit wird also digitaler sein, konservativer, mehr vom Staat abhängend und wahrscheinlich nur langsam wachsend. Die Frage ist, ob es bei einer Verkürzung der Lieferketten bleibt, oder ob es auch zu einer regelrechten Rückabwicklung der Globalisierung kommt. Die Krise schürt nationale Egoismen, Populisten versuchen, sie für sich zu nutzen. Dabei zeigt gerade das Coronavirus, dass die großen Probleme global sind und globale Lösungen brauchen.

Wie werden sich Berufsbilder verschieben? Die digitale Transformation und die Entwicklung künstlicher Intelligenzen wird schneller voranschreiten als vor Corona und sie wird zahlreiche Berufe, wie sie heute existieren, überflüssig machen. In absehbarerer Zeit werden Maschinen diese Arbeit übernehmen. Sie arbeiten effizienter und machen weniger Fehler als wie Menschen. Andererseits werden dringend neue Arbeitskräfte mit Informatik-Skills gebraucht, die die Technik der Zukunft entwickeln, bedienen und überwachen. Während Arbeitsplätze wegfallen, werden im gleichen Zug neue geschaffen. Neue Berufe erfordern jedoch neue Anforderungsprofile. Es wird viel Invest in Bildung notwendig sein – von allen Seiten – den aktuellen und künftigen Arbeitnehmern selbst, den Unternehmen und vom Staat – um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nachfolgende Generationen haben zudem eine andere Sichtweise auf die Arbeit. Arbeitnehmer von morgen werden höhere Ansprüche an den Arbeitgeber stellen, als dies noch bei den Vorgängergenerationen der Fall war, beispielsweise was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft.

Auch wir als Headhunter sind gezwungen neue Wege zu gehen. Wir müssen uns beispielsweise ein breites digitales Fachwissen aneignen. Um weiterhin erfolgreich zu sein, ist es wichtig, neue Trends zu erkennen und darauf zu reagieren.

Es wird darum gehen, aktiv um passende Kandidaten zu werben, indem man diese sehr individuell und persönlich kontaktiert und überzeugend vermittelt, welche Vorteile ein Jobwechsel mit sich bringt. Immer wichtiger werden auch gute Rezensionen im Internet, um als Unternehmen optimal präsentiert zu werden und für ein positives Image zu sorgen.

Natürlich wird uns die Corona-Krise noch lange begleiten, aber die Vergangenheit zeigt, dass nach jeder Krise wieder ein Aufschwung folgt. Viele werden diese “Durststrecke” allerdings nicht überleben – auf Unternehmens- und auf Dienstleister-Seite. Personalberatungen, die schon lange am Markt sind und einen Kunden- und Kandidatenstamm betreuen, den sie seit Jahren aufgebaut haben, sind für diese Krise trotzdem gut gerüstet. Ein großes Netzwerk ist gerade in schwierigen Zeiten ein wichtiger Grundstein zum Erfolg.

Ist eine Jobsuche jetzt mitten in der Krise sinnvoll?

Die Coronakrise trifft viele bis ins Mark. Etwas Vergleichbares haben die meisten Menschen bislang noch nicht erlebt. Nicht nur Zukunftsforscher erwarten, dass nach der Krise nichts mehr so sein wird wie zuvor.

Während einige Beschäftigte derzeit dauerhaft Überstunden machen, haben andere durch Kurzarbeit mehr Freizeit. Wer aktuell etwas Leerlauf hat und mit einem neuen Job liebäugelt, kann jetzt sinnvollerweise die Weichen für den Wechsel stellen. Doch eignen sich Krisen grundsätzlich dazu, sich beruflich neu zu orientieren?

Das hängt sicher davon ab, ob man trotz der Krise einen kühlen Kopf behält. Denkt jemand ohnehin schon seit längerem daran, sich beruflich zu verändern, kann man natürlich die Zeit im Homeoffice sehr gut verwenden, um sich jetzt entsprechend vorzubereiten. Allerdings sind Aktionismus und Angst schlechte Ratgeber! Selbst wenn das eigene berufliche Fundament gerade ins Wackeln gerät, sollte man keine vorschnellen Entscheidungen treffen.

Allerdings macht es sicherlich Sinn, über Alternativen nachzudenken. Man kann die gewonnene Zeit für strategische Gedanken nutzen. Man kann überlegen, in welche Richtung man sich entwickeln will, welche konkreten Tätigkeiten Sie übernehmen möchten, was Sie dafür qualifiziert, welche Unternehmen daher für Sie in Frage kämen, wie viel mehr Geld Sie verdienen wollen, und ob Sie für den Job umziehen würden.

Ein Nebeneffekt nach einer intensiven Selbstinventur ist auch, dass Sie schon für die Frage des neuen Arbeitgebers nach dem Wechselwunsch gerüstet sind. Auch die Recherche nach markt- und branchenüblichen Gehältern kann jetzt mit etwas mehr Ruhe ausgeführt werden, damit Sie künftig auf diese immer heikle Frage gut vorbereitet sind.

Denken Sie auch an Ihre Unterlagen: überdenken Sie nochmal die Inhalte, arbeiten Sie Erfolge und Ihren „USP“ ein, ergänzen Sie die jüngsten Stationen Ihres Lebenslaufes, experimentieren Sie mit verschiedenen Layouts für den CV, scannen Sie Zertifikate ein, die Sie noch nicht digitalisiert haben oder fassen Sie alle relevanten Dokumente in nur einem PDF zusammen. Jede Bewerbung, die länger nicht genutzt wurde, wird ein Update gebrauchen.

Falls Sie akut von einem Arbeitsplatzverlust bedroht sind: eine Entlassung, vor allem wenn sie unerwartet kommt, ist immer ein Schock und für viele eine Kränkung. Wichtig ist, nicht in Panik zu verfallen und sofort Bewerbungen „rauszuhauen“. Man braucht eine gewisse Zeit, um zu sich zu kommen, und die sollte man sich auch unbedingt nehmen. Danach gilt es, in Ruhe zu überlegen: Wie schätze ich meine Situation ein? Wie will ich damit umgehen? Welche Optionen sehe ich, und welche Chancen ergeben sich für mich – auch vielleicht für eine berufliche Neuorientierung?

Experten zufolge wird die Corona-Krise den Arbeitsmarkt in vielen Bereichen schwer treffen, so dass ein Jobwechsel ein mittelfristiges Projekt werden könnte. Die aktuelle Zeit lässt sich jedoch nutzen, um neue praktische Erfahrungen zu sammeln oder sich über eine Weiterbildung neue Kenntnisse anzueignen, die am nächsten Arbeitsplatz nützlich sein könnten und Ihren Lebenslauf aufwerten.

Sie können auch ganz konkret für den Bewerbungsprozess trainieren: wenn Sie aktuell häufig vor der Webcam Ihres Rechners sitzen, achten Sie dabei bewusst auf sich. Beobachten Sie, wie Sie auf sich selbst wirken. Wie ist Ihre Sitzhaltung? Wie agieren Sie, wenn andere sprechen? Vielleicht fallen Ihnen auch Angewohnheiten auf, die Ihnen bisher nie bewusst waren – und die Sie gern ablegen würden. Jeder kennt vermutlich die Erfahrung, nach einem Vorstellungsgespräch zu glauben, auf einige Fragen hätte es bessere Antworten gegeben. Oder Mimik und Körpersprache hätten souveräner ausfallen können. Sie können das vorab bewusst trainieren – jetzt ist eine gute Zeit dafür.

Somit: nutzen Sie diese Zeit – möglicherweise haben Sie nie mehr so viel davon wie gerade jetzt!

Sind wir mitten in der Homeoffice-Revolution?

Deutschland – und jedes andere Land, in dem sich das Coronavirus ausgebreitet hat – steckt mitten in einem riesigen, unfreiwilligen, improvisierten Homeoffice-Experiment. Viele Unternehmen stehen gerade vor der Wahl, Mitarbeiter entweder von zuhause aus oder gar nicht arbeiten zu lassen. So wurden die Firmen derzeit, ob sie wollen oder nicht, auf die Vorteile der Heimarbeit gestoßen. Schätzungen zufolge arbeiten 25 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland momentan im Homeoffice – etwa doppelt so viele wie vor der Krise.

Was heißt das aber jetzt für alle, die zumindest theoretisch von zuhause arbeiten können, für die Zeit nach dem Virus? Klappen wir einfach unsere Laptops zu und gehen zurück ins Büro? Oder zeigen die nächsten Wochen und Monate, dass es funktioniert – und wir bleiben einfach gleich zuhause?

Man hat mittlerweile erkannt, dass E-Mails vielfach zeitfressende, ineffiziente Meetings ersetzen können, Videokonferenzen Geschäftstermine, zu denen man morgens hin jettet und abends wieder zurück. Diese Erkenntnisse werden hängenbleiben und dazu führen, dass Unternehmen sich stärker aufs Von-zuhause-Arbeiten einstellen.

Laut einer Studie des Deutschem Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2016 hätten 4 von 10 Arbeitnehmern schon damals von zu Hause aus arbeiten können. Viele durften aber nicht. Die größte Befürchtung der Chefs war, dass die Menschen von zuhause aus eine geringere Leistung bringen würden, auch wenn schon vor Corona verschiedene Studien gezeigt hatten, dass die Sorge meist unberechtigt ist.

Das erzwungene Homeoffice durch Corona ist sicher eine Chance für mehr Akzeptanz durch die Arbeitgeber. Es läuft doch! Auch, weil man in Windeseile die technischen Voraussetzungen geschaffen hat. Allerdings sehen das beileibe nicht alle Arbeitnehmer so. Arbeitszeiten zuhause verschwimmen, die Arbeit wird entgrenzt. Wegen der Kinderbetreuung untertags hängt man halt abends die eine oder andere Stunde dran. Bereits 2014 arbeiteten Heimarbeiter im Schnitt drei Stunden länger in der Woche als ihre Kollegen im Büro. Die psychische Belastung und Erschöpfung von Heimarbeitern ist ebenfalls meist deutlich höher.

Man benötigt eine klare Tagesstruktur und, wo möglich, eine räumliche Abgrenzung. Viele Arbeitnehmer dürften den Alltag mit festem Arbeitsbeginn und Feierabend wieder herbeisehnen und hoffen, dass Arbeitgeber nicht zu viel Gefallen an Homeoffice gefunden haben.

Die SPD sieht die Umstellung vieler Firmen aufs Homeoffice während der Corona-Krise als „Errungenschaft“, die auch nach Ende der Pandemie bewahrt werden sollte. „Ich arbeite an einem neuen Gesetz für ein Recht auf Homeoffice, das ich bis Herbst vorlegen werde. Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können – auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil der Bild am Sonntag. Beschäftigte sollen dann „entweder komplett auf Homeoffice umsteigen (dürfen) oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche“, sagte Heil. Mit „fairen Regeln“ will Heil verhindern, dass „sich die Arbeit zu sehr ins Private frisst“. Auch im Homeoffice gebe es einen Feierabend – „und zwar nicht erst um 22 Uhr“. Heimarbeit soll für die Arbeitnehmer eine freiwillige Möglichkeit sein. „Wir wollen mehr Homeoffice ermöglichen, aber nicht erzwingen“, sagte Heil.

Auch die Grünenfraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt unterstützt Heils Pläne. „Es ist längst an der Zeit, dass aus dem Privileg, das bisher nur für wenige gilt, ein Anspruch auf Homeoffice für viele wird“, sagte sie. Damit Arbeiten von zu Hause technisch reibungslos möglich sei, brauche es endlich auch einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet.

Die Arbeitgeber dagegen lehnen einen Rechtsanspruch auf Homeoffice ab. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, meint, es sei im Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen, mobiles Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll sei. Dabei müssten betriebliche Belange und die Wünsche der Kunden eine zentrale Rolle spielen. Mit Homeoffice allein könne die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden.

Ein Fallbeispiel aus China scheint das zu bekräftigen. Die Reiseagentur CTrip hat dort vor ein paar Jahren einigen Call-Center-Mitarbeitern erlaubt, von zuhause zu arbeiten. Ökonomen fanden heraus: Sie waren zufriedener, produktiver – und haben dem Unternehmen Geld gespart, weil es weniger Büroflächen brauchte. Das Experiment war so ein Erfolg, dass das Management es direkt auf die ganze Belegschaft ausgeweitet hat. Dabei zeigte sich allerdings, dass nicht jeder mit dem Arbeiten von zuhause klarkommt. Einige mögen eine Aufgabe nach der anderen erledigt bekommen, während sie gemütlich auf der Couch liegen und hinter sich nicht dauernd den prüfenden Blick des Chefs vermuten müssen. Andere fühlen sich alleine gelassen, sind frustriert und kommen damit nicht klar. Tatsächlich war Einsamkeit der Hauptgrund derer, für die das Homeoffice nichts war.

Das ist auch hierzulande durchaus verständlich. Viele Menschen vermissen den direkten persönlichen Austausch mit ihren Kollegen. Man kommuniziert natürlich ständig über E-Mail, Nachrichten, Telefonanrufe – trinkt sogar ein Feierabendbier per Videochat. Aber es entsteht einfach nicht dieselbe spontane Vertrautheit und Kreativität, die die gemeinsame Zeit im Büro bedeuten kann.

Die Lösung muss also künftig sein, im richtigen Moment am richtigen Ort zu arbeiten. Verschiedene Arbeitsumgebungen sind für verschiedene Aufgaben mehr oder weniger gut geeignet. Ganz konkret kann das bedeuten, Mitarbeiter erledigen Einzelaufgaben, die viel Konzentration erfordern, von zuhause aus. Für Projekte, an denen sie im Team arbeiten, kommen sie ins Büro.

In diese Richtung hat sich die Arbeitswelt ohnehin schon ein Stück weit entwickelt. Aber das Coronavirus hat diesen Prozess noch deutlich beschleunigt. Wenn man aktuell viele Digitalmeetings abhält, kommt man auch darauf, wie viel toller und kreativer ein wirklicher Schaffensprozess in einem analogen Meeting ist.

Das Coronavirus wird also wohl tatsächlich verändern, wie wir arbeiten. Unternehmen werden das zunehmend erkennen und sich entsprechend anpassen, denn wenn sie eine solche Krise überstehen, während ihre Mitarbeiter zuhause sind, sollte das in normaleren Zeiten ja wohl auch kein Problem sein.

Corona und Vorstellungsgespräch

Die Corona-Pandemie hat nicht nur das persönliche und gesellschaftliche Leben erfasst, sondern auch den Arbeitsmarkt. Zwar mussten viele Unternehmen ihre Stellenangebote deutlich reduzieren oder gegebenenfalls ganz einstellen, jedoch ist es auch in der aktuellen Situation nicht unmöglich, einen Job zu finden. Doch wie läuft der Bewerbungsprozess derzeitig ab? Und was hat sich geändert?

Hinsichtlich des Ablaufs des Bewerbungsprozesses hat sich eigentlich kaum etwas verändert – nur dahingehend, dass jetzt alles über Video Calls stattfindet. Dabei ist es am wichtigsten vorher die Technik (Stabilität der Internetverbindung überprüfen sowie Webcam und Mikrofon) zu testen, damit zum vereinbarten Termin alles reibungslos klappt.

Außerdem sollte eine ruhige Umgebung für das Gespräch ausgewählt werden.

Wichtig ist auch eine Position, in der man frontal in die Kamera schauen können. Hier bietet sich der Platz am Tisch an. Man kann seinen Laptop auch entsprechend erhöhen, um eine ideale Kameraperspektive hinzubekommen. Nicht zu nah, aber auch nicht zu weit weg. Die optimale Ansicht reicht von über den Haaren bis zu den Schultern.

Auch die Lichtverhältnisse sind bei Webcam-Interviews wichtig. Tageslicht ist hier immer am besten geeignet. Also einfach den Schreibtisch vor das Fenster schieben – das ist oftmals einfacher, als sich mit künstlichem Licht aufwändig und perfekt auszuleuchten.

Ansonsten ist alles ähnlich, wie beim Face-to-Face Interview – nur anstatt in die Augen, direkt in die Kamera schauen. Adäquate Kleidung, eine gesunde Portion Selbstbewusstsein und eine gute Ausdrucksweise dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Jobsuchende, die sich aktuell bewerben sollten tunlichst vorher klären, ob das Unternehmen aktuell überhaupt neue Beschäftigte einstellt.

Quelle: gehalt.de

Corona und Onboarding?

Die Coronavirus-Pandemie, wegen der sich die halbe Republik mittlerweile im Homeoffice befindet, stellt viele Firmen gerade beim Start von Mitarbeitern vor Herausforderungen. Selbst wenn die Neuen vom Start weg ihre Aufgaben vom heimischen Schreibtisch aus erledigen können, müssen viele Dinge jetzt anders organisiert werden als sonst – von der Ausrüstung mit den technischen Geräten bis zum Kaffeetrinken mit den Kollegen.

Die wohl größte Hürde: persönliche Beziehungen aufzubauen, ohne den anderen jemals getroffen zu haben. Normalerweise lässt sich gerade in der Anfangszeit durch spontane Gespräche im Vorbeigehen oder beim gemeinsamen Mittagessen am schnellsten herausfinden, mit welchen Kollegen man auf einer Wellenlänge ist, und mit wem man sich auch mal über Probleme austauschen kann. Das fällt nun weg.

Man versucht somit vielerorts für alles, was bisher in Präsenzform stattgefunden hat, Alternativen zu finden. Statt zusammen zum Mittagessen zu gehen, macht man einen virtuellen Lunch. Somit kann man zumindest gemeinsam Pause machen und unterhält sich beim Essen. Andere Teams machten virtuelle After-Work-Partys. Das klingt erst mal komisch, aber es ermöglicht, den Teamgeist beizubehalten und es ist gerade für neue Mitarbeiter wichtig, um ein Teamgefühl entstehen zu lassen und die Kollegen zumindest virtuell schon einmal etwas besser kennenzulernen.

Andere Unternehmen organisieren virtuelle Sportkurse für ihre Mitarbeiter, um den Neuen beim Kontakteknüpfen zu helfen. Es ist Aufgabe der Führungskräfte, deutlich mehr Zeit für Gespräche einzuplanen und neue Kollegen aktiv in Kontakt mit anderen zu bringen. Dennoch bleibt die Möglichkeit, schnell Vertrauen aufbauen zu können,  ein Stück weit auf der Strecke.

Das zeigt sich schon im Bewerbungsprozess. Es ist zwar mittlerweile vielfach Standard, dass die Bewerbung online eingeht und das erste Gespräch per Telefon stattfindet. Normalerweise folgt dann jedoch meistens ein persönliches Interview, zu dem sich ein Personaler und jemand aus der Fachabteilung mit den Kandidaten treffen. In der aktuellen Lage findet nun auch das meist per Videokonferenz statt.

Es funktioniert sicher meistens auch so, aber auf dem Weg eine wirklich vertrauensvolle Basis zu schaffen ist nicht einfach. Ein „Paten-Modell“ wurde ja in vielen Unternehmen auch vorher oft schon praktiziert, aber diese Bezugsperson wird jetzt natürlich noch wichtiger.

Das Kennenlernen erfolgt momentan oft per Skype. Vor Ort findet meist nur noch das Aushändigen von Laptops und weiteren Utensilien statt. Manche lösen sogar diesen Schritt derzeit ohne persönliches Treffen und schicken Laptop, Smartphone etc. zu den neuen Kollegen nach Hause. Anders als sonst bekommen diese die technische Infrastruktur dann schon vor ihrem ersten Arbeitstag. Um die Geräte ordnungsgemäß in Betrieb zu nehmen und um weitere technische Fragen zu klären, kann die IT-Abteilung per Telefon kontaktiert werden. Zudem gibt es Onlinekurse, in denen die Neulinge lernen, wie sie zum Beispiel die relevanten Laufwerke finden.

Quelle: welt.de

Corona und Bewerbung?

Viele Unternehmen haben ihren Betrieb wegen der Corona-Krise zwangsweise herunterfahren müssen. Jede Menge Arbeitnehmer müssen sich mit Kurzarbeit behelfen. Wen es ganz hart trifft, der verliert sogar seinen Job. Und wer sich aktuell bei einem Unternehmen bewerben möchte oder bereits mitten im Bewerbungsprozess steckt, für den ergeben sich natürlich auch einige Fragen.

Die Corona-Krise führt dazu, dass Arbeitgeber weniger Leute einstellen, um Kosten zu sparen. Stellenanzeigen in den Jobbörsen sind daher zurzeit bereits sehr ausgedünnt. Viele Unternehmen haben einen Einstellungsstopp. Die meisten Firmen sind aktuell mit der Koordinierung ihrer betrieblichen Abläufe während der Krise beschäftigt.

Wer eine Stellenausschreibung findet und sich bewerben möchte, kann das natürlich weiterhin tun. Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass sich der gesamte Bewerbungsprozess höchstwahrscheinlich verzögert. Es empfiehlt sich zudem, beim Unternehmen vorher nachzuhaken, ob die Stellenanzeige immer noch aktuell ist.

Wer sich bereits beworben hat und vielleicht sogar schon in Verhandlungen mit einem potenziellen Arbeitgeber steckt, sollte nachfragen, wie es um seine Bewerbung steht. Wer höflich nachfragt und Verständnis für die Situation zeigt, der bekommt in der Regel auch schnell eine Antwort. Das zeigt dem Arbeitgeber im Übrigen, dass man wirklich Interesse an der Stelle hat.

Quelle: Merkur.de

Wege und Erfolgs-Strategien zu (m)einem Traumjob – Beispiele und Tipps aus unseren Karriereberatungen und Placement Coachings

Viele Jobsuchenden gehen den falschen Weg und suchen planlos in Jobbörsen und vergessen dabei, dass die Frage ihre beruflichen Zukunft eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt ist. So werden sie ihren „Traumjob“ oftmals aber nicht finden, die Konkurrenzsituation und die Absagen werden sie nur frustrieren. Dabei liegt es meist nicht an ihnen, sondern an der Tatsache, dass sie nur falsch suchen und vermutlich auch ihre Unterlagen nicht so aufgearbeitet waren, dass sie damit punkten konnten.

Ein professionelles Karrierecoaching kann dabei helfen, sich eine Strategie und ein Ziel zu definieren und den richtig Weg zum Traumjob zu finden und erfolgreich zu gehen.

Bei der PAPE Consulting Group bieten wir entsprechende individuelle Coachings an, die jedoch auf einer langjährig bewährten Methode beruhen. 93% unserer Coaching-Kandidaten geben an, dass sie sehr zufrieden mit dem Coaching waren und innerhalb kurzer Zeit eine neue passende Aufgaben gefunden haben.

Wie läuft unser Coaching in aller Regel ab?

1. Standortbestimmung und Selbstmaketing-Strategie:

Wertesystem, Kompetenzen, Ressourcen und Potentiale, Selbstbild/ Fremdbildanalyse, persönliche und berufliche Fähigkeiten, Stärken/Schwächen/Abneigungen, besondere Begabungen und Interessen, „USP“ und „Positonierung“. Kern der Bestandsaufnahme ist in aller Regel die wissenschaftlich fundierte Potentialanalyse mittels INSIGHTS MDI®.

2. Zielfirmen und Traumjob:

Definition, Schärfung und ggf. Modifikation des relevanten Berufsbildes und der persönlichen Vision und daraus abgeleiteten Ziele, Umfelder, Unternehmen, Aufgaben, Positionen und mögliche Alternativen.

3. Umsetzungs- und Bewerbungsstrategie:

Auf welchen Wegen findet sich der passende Arbeitgeber, die richtige, passende Aufgabe? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen?

4. Umsetzung Selbstmarketing und Kommunikation:

Design der Unterlagen (inklusive Social Media), Unterstützung bei der Unternehmensansprache, Coaching und Unterstützung bei der Umsetzung der bestmöglichen mündlichen und schriftlichen Präsentation, Vorbereitung auf Interviews, Feedback-Gespräche.

5. Evaluation:

Was lief gut, was weniger gut, wie kann der berufliche Erfolg nachhaltig gesichert werden, welche Erkenntnisse nimmt der Kandidat aus dem Coaching mit, was hat sich positiv verändert?

6. Optional: Onboarding:

Ein gründliches Einarbeitungscoaching sorgt dafür, dass unser Klient gut an seinem neuen Platz ankommt.

Vorab gibt es meistens „Hausaufgaben – zur Vorbereitung des ersten „Workshops“, z.B.:

  • Entwickeln Sie ein „Positioning Statement“ bzw. einen „Elevator Speech“. Fassen Sie Ihren USP so kurz und knackig zusammen, dass Sie jemanden in knappen Worten von Ihrer Person überzeugen können. Sie können sich gerne an der beigefügten Vorlage orientieren – müssen aber nicht. Entscheidend ist, dass Sie sich Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Leistung und Ihrer Stärken bewusst werden und dessen, was Sie auslösen (wollen) – sowohl schriftlich als auch mündlich.
  • Definieren Sie eine „Zielfirmenliste“ von Unternehmen, die grundsätzlich interessant für Sie sind – bewertet und priorisiert mit für Sie wichtigen Kriterien (ca. 10 Unternehmen, gerne auch mehr)
  • Definieren Sie daraus 3 Wunschunternehmen (Ihre „A-Unternehmen“) und damit zusammenhängende „Traumjobs“ bei diesen Unternehmen. Überlegen Sie, weshalb Sie gerade diese wählen. Optional: Verfassen Sie je eine Bewerbung für 2 oder 3 dieser A-Unternehmen (reale Position, fiktive Position oder initiativ) – bauen Sie dabei den erarbeiteten „USP“ ein.

Dabei kommt es bei den letzten beiden Punkten weniger auf die Unternehmen selbst, sondern vielmehr auf die Kriterien an, nach denen Sie diese aussuchen.

Das Ergebnis des ersten Punktes der Hausaufgaben kann zum Beispiel so aussehen:

Ich bin ein innovativer, zielstrebiger Mechatronik-Ingenieur mit über 10 Jahren Forschungs- und Entwicklungserfahrung. Als Mitarbeiter am Institut für … forsche ich an neuartigen Technologien im Bereich … Dabei erstreckt sich mein Aufgabengebiet von der Konzepterstellung mechatronischer Systeme über Entwicklertätigkeiten bis hin zur Projektleitung und der fachlichen Führung eines Entwicklerteams.

Durch die große Bandbreite der bearbeiteten Themen und Projekte sehe ich mich als generalistisch geprägten Ingenieur, der in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge schnell und gründlich zu erfassen und Sachverhalte auf den Punkt zu bringen. Mit meiner anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsmethodik in Kombination mit unternehmerischem Handeln treibe ich verantwortungsvoll und erfolgreich die Entwicklung und Optimierung neuartiger Technologien voran …

Meine große Stärke sehe ich in einer Schnittstellenfunktion, um Projektleistungen verschiedener Fachrichtungen zu koordinieren, damit ein funktionierendes Gesamtlösung/ Gesamtsystem erreicht wird. Durch meine glaubwürdige Art und meine Begeisterung für Technologien kann ich andere sehr gut motivieren und mitreißen.

Neben meinen fachlichen Stärken und meinen sehr guten Kenntnissen im Systems Engineering durfte ich breite Erfahrungen in der Präsentation auf internationalen Konferenzen sammeln und verfüge über eine hervorragende Expertise im Bereich … (Kandidat XY)

Im Worskhop entwickeln wir das dann weiter, vertiefen es, erarbeiten eine individuelle Selbstmarketing-Strategie und begleiten deren Umsetzung bis zum erfolgreichen Start in den neuen Traum-Job.

Warum werden Kandidaten immer noch schlechter behandelt als Kunden?

Die Leiden der Bewerber

Immer wieder berichten uns Kandidaten von ihren negativen Erlebnissen bei Bewerbungen. Sie bekommen keine Eingangsbestätigung, keinen Zwischenbescheid – selbst wenn sich der Auswahlprozess über mehrere Monate hinzieht.

Absagen sind meistens als 0815-Standard-Schreiben verfasst. Natürlich müssen die Unternehmen rechtliche Aspekte wie das AGG beachten. Dies sollte sie jedoch nicht daran hindern, ein gewisses Maß an Wertschätzung einfließen zu lassen. Der Umgang mit Bewerbern unterscheidet sich nämlich um keinen Deut vom Umgang mit Kunden.

Seit vielen Jahrzehnten weiß man aus der Kundenzufriedenheitsforschung, dass die Kundenzufriedenheit einen hohen Einfluss auf das Unternehmensimage hat. Und vor allem auch umgekehrt: Kundenunzufriedenheit kann das Image eines Unternehmens in hohem Maße schädigen – und das geht oft rasend schnell! Kunden berichten viel lieber und viel öfter über negative Erlebnisse als über positive.

Genauso ist es bei den Bewerbern. Eine Bewerbung ist ein hochemotionaler Prozess mit einem starken Involvement der Beteiligten. Die überwiegende Mehrzahl der Bewerber berichtet Verwandten, Freunden und Bekannten über das Bewerbungserlebnis. Über soziale Netzwerke, Blogs und Arbeitgeberbewertungs-Plattformen wie beispielsweise kununu können mittlerweile private Meinungen enorme Reichweiten erzielen. Eine durch negative Erfahrungen beschädigte Reputation des Arbeitgebers schreckt gute Bewerber ab. In Zeiten von immer knapper werdenden Fachkräften kann dies ein Desaster für die Rekrutierung bedeuten.

Selbstbild und Fremdbild der Unternehmen

Vor diesem Hintergrund fragte die PAPE Consulting Group AG im Rahmen einer Selbstbild–/Fremdbild–Analyse ab, wie Recruiting–Prozesse und Employer–Branding–Bestandteile eingeschätzt werden – und zwar von den Unternehmen selbst und von Kandidaten, die sich innerhalb der letzten 2 Jahre aktiv beworben haben. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Die Differenzen in der Wahrnehmung sind immens. Während die meisten Unternehmen sich gut aufgestellt sehen, weicht die subjektive Wahrnehmung der Kandidaten in nahezu allen abgefragten Kategorien erschreckend deutlich davon ab.

Obwohl über 80 Prozent der Personalverantwortlichen der Meinung sind, der Prozess sei bewerberfreundlich/kandidatenorientiert, verbindlich und professionell, sehen das die Bewerber ganz anders. Bewerberfreundlichkeit/Kandidatenorientierung mit 60 Prozent Zustimmung und Verbindlichkeit mit 59 Prozent zeichnen ein deutlich negativeres Bild. Die größte Diskrepanz gibt es in Bezug auf die Schnelligkeit des Prozesses. Während 72 Prozent der Unternehmen einen schnellen und zügigen Prozess annehmen, empfinden dies nur 37 Prozent der Kandidaten ähnlich gut.

Neben vielen anderen Aspekten sind die Absagen der kritischste Punkt überhaupt – gleichzeitig ist das einer der Stellschrauben, mit Hilfe derer am einfachsten viel zu verbessern wäre. Gerade einmal 29 Prozent der Kandidaten sind der Meinung schnell und zügig eine Absage bekommen zu haben. Persönliche Ansprache und Wertschätzung liegen mit ebenfalls 29 Prozent genauso schlecht. 90 Prozent sind der Meinung, sie hätten eine „0815–Absage“ mit einem Standard-Text erhalten.